Angst vor Menschen überwinden: In 8 einfachen Schritten

Titelbild: Angst vor Menschen überwinden

Hast du Angst davor auf andere Menschen zuzugehen und mit ihnen ein Gespräch anzufangen?

Und fürchtest du dich davor im Mittelpunkt zu stehen und von anderen bewertet zu werden?

Dann bist du hier genau richtig.

In diesem Artikel zeige ich dir, wie ich anhand von 8 einfachen Schritten meine Angst vor Menschen überwunden habe und wie du es auch tun kannst.

Denn früher fühlte ich mich selber extrem unwohl in sozialen Situationen und habe darunter gelitten. Ich wäre so gerne offen und kontaktfreudig gewesen, aber irgendetwas hat mich zurückgehalten…

Ich fühlte mich blockiert und gefangen in mir selbst.

Bis ich es nicht mehr ausgehalten habe. Dann bin ich hinausgegangen und habe jahrelang daran gearbeitet, meine Ängste zu überwinden.

Dabei habe ich viel über mich selbst, über Menschen und über Ängste gelernt. Und das Beste und Wichtigste davon, will ich in diesem Artikel an dich weitergeben.

Die Angst vor Menschen – ein dunkler Begleiter

Soziale Ängste sind heutzutage weit verbreitet. Dazu zählt die Angst auf andere Menschen zuzugehen, die Angst vor Gesprächspausen und die Angst bewertet zu werden.

Wenn du davon betroffen bist, dann wird dein Privatleben zu einer anstrengenden und furchterregenden Herausforderung.

Dinge, die anderen Spaß bereiten, sind für dich purer Stress…

Anstatt dich zu entspannen und die Gespräche zu genießen, fürchtest du dich davor etwas Unpassendes oder Peinliches zu tun. Du fragst dich ständig, wie du bei den anderen ankommst und was sie von dir denken.

Auf diese Weise kann man soziale Situationen gar nicht genießen!

So geht es vielen!

Tatsächlich sind Ängste vor Menschen sogar deutlich stärker verbreitet, als man im ersten Moment vielleicht denken würde. Die Betroffenen verbringen allerdings viel Zeit alleine und sind nicht so laut, deswegen fallen sie nicht so auf.

Wirf einfach mal einen Blick auf diese Statistik, die ich schon in mehreren Artikeln verwendet habe:

Infografik: Angst vor Menschen überwinden

Dieses Wissen, dass du nicht alleine bist und auch viele andere „Angst vor Menschen“ haben, solltest du dir einprägen.

Soziale Ängste sind etwas ganz Normales und jeder hat damit schon einmal Bekanntschaft gemacht.

Die Situationen der Angst

Es gibt viele verschiedene Situationen in denen soziale Ängste auftreten können.

Manche Menschen fürchten sich nur vor ein paar bestimmten, andere vor allen, in denen sie mit Menschen in Kontakt kommen

Wahrscheinlich werden dir von den folgenden Situationen einige davon bekannt vorkommen.

Hier ein paar typische Situationen:

  • Eine Party, wo auch fremde Leute sind
  • Eine öffentliche Rede halten müssen
  • Vorstellungs- oder Kennenlernrunden
  • Im Supermarkt an der Kasse
  • Mit anderen Leute ein Gespräch anfangen müssen
  • Beim Essen oder Telefonieren beobachtet werden
  • Alleine einen Raum betreten, in dem andere sind
  • Und viele weitere…

Die Angst in diesen Situationen bezieht sich meistens darauf negativ aufzufallen und bewertet zu werden. Dabei gibt es ein paar konkrete Dinge, die besonders gefürchtet werden…

Wovor genau hast du Angst?

Wenn du unter einer Angst vor Menschen leidest, wirst du dich auch mit einigen der folgenden Punkte identifizieren können.

Dabei geht es um die Dinge, vor denen man sich in sozialen Situationen fürchtet, weil man dadurch schlecht dastehen würde.

Hier die Beispiele:

  • Dass dir im Gespräch die Worte ausgehen
  • Dass andere dich uninteressant und langweilig finden
  • Dass du ausgelacht und belächelt wirst
  • Nicht akzeptiert zu werden
  • Nicht beachtet zu werden
  • Etwas Peinliches oder Unpassendes zu sagen
  • Die anderen zu nerven oder zu belästigen
  • Komisch und seltsam zu wirken

Je nachdem vor wie vielen Dingen du Angst hast und je nachdem wie stark die Angst ist, dementsprechend kannst du deine Angst vor Menschen einordnen.

Manche haben nur Angst vor Präsentationen. Andere sind nur schüchtern, wenn sie auf fremde Menschen treffen. Wieder andere fühlen sich in allen sozialen Situationen unsicher und beklemmt. Und manche haben eine soziale Phobie und können ihr Haus kaum mehr verlassen.

Angst vor Menschen? Thumbnail Soziale Phobie TestDamit du deine Angst vor Menschen besser einschätzen kannst, habe ich den Soziale Phobie Test entworfen. Dieser besteht aus 13 kurzen Fragen und gibt dir dann Feedback zu deinem Ergebnis.

Wenn du möchtest, absolviere ihn am besten kurz und komm dann hierher zurück. Wenn nicht, dann kommen wir jetzt sofort zu den 8 Schritten.

Wie funktionieren die 8 Schritte?

Die Gedanken spielen bei der Angst vor Menschen eine entscheidende Rolle. Das ist besonders gut zu erkennen, wenn man kontaktfreudige und schüchterne Menschen vergleicht.

Kontaktfreudige Menschen gehen mit Vorfreude in ein Gespräch hinein und erwarten eine positive Reaktion. Deswegen sind sie selbstsicher, lächeln und lassen sich auf die andere Person ein.

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Schüchterne und sozial ängstliche Menschen hingegen gehen in ein Gespräch mit der Hoffnung sich nicht zu blamieren. Sie wollen es um jeden Preis vermeiden etwas Blödes zu sagen. Deswegen sind sie unsicher, geben nur knappe Antworten und lassen sich gar nicht erst richtig auf die andere Person ein, weil sie Sorgen haben, dann abgelehnt zu werden.

Die Folge davon: Die Gespräche sind schwerfällig und langweilig. Und am Ende des Gesprächs fühlt sich die schüchterne Person wieder einmal bestätigt in ihrer Annahme, nicht interessant für andere zu sein.

Und so entsteht ein Teufelskreis, der nur schwer unterbrochen werden kann.

Ein Beispiel dafür:

Vielleicht wurdest du in der Vergangenheit irgendwann einmal schmerzlich abgelehnt und bist dadurch zu einer Überzeugung gekommen wie „Ich bin langweilig und uninteressant.“

Diese Überzeugung hat dazu geführt, dass du dich zurückgehalten hast und nicht mehr so viel gesagt hast. Du bist nicht auf andere Menschen zugegangen und hast keine Kontakte mehr gesucht.

Bei Veranstaltungen hast du dich von alleine in die hinterste Ecke zurückgezogen und darauf gewartet angesprochen zu werden, anstatt selber etwas zu tun.

Aus diesen Gründen hast du nie gelernt auf andere Menschen zuzugehen. Allein der Gedanke daran erfüllt dich mit Angst und Ungewissheit. Aber du weißt auch: Solange du diese Angst nicht überwindest, kannst du es auch nicht lernen.

„Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht,
sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer.“

– Lucius Annaeus Seneca

Neben der Angst vor Ablehnung, als Ursache für die Angst vor Menschen, kann es auch sein, dass dir einfach die sozialen Fähigkeiten fehlen, um mit anderen in Kontakt zu kommen.

Viele Menschen wissen nicht, wie man Kontakte knüpft oder andere Menschen begeistert… Dabei sind diese Fähigkeiten für jeden Lebensbereich von ungeheurer Wichtigkeit!

Deswegen berücksichtige ich in den 8 Schritten nicht nur die Ängste und deren Ursache, sondern auch die sozialen Skills, die du benötigst, um sozialer und kontaktfreudiger zu werden.

Führe die Schritte in Ruhe und einen nach dem anderen durch und überspringe keine der Übungen. Dann wirst du schnell eine echte Veränderung spüren. Viel Erfolg dabei!

#1 Akzeptiere die Angst zu 100%

Es ist verständlich, wenn du mit deiner Angst vor Menschen unzufrieden bist. Wahrscheinlich ist es sogar gut so, denn ansonsten würdest du nichts verändern.

Aber gleichzeitig ist es wichtig, dass du die aktuelle Situation, so wie sie ist, erst einmal akzeptierst!

Ansonsten wird alles nur noch schwerer, wenn du dich für deine Ängste schämst und versuchst, sie zu verstecken.

Stattdessen akzeptiere deine Angst vor Menschen und stehe dazu!

Akzeptieren heißt dabei nicht, dass du es gut findest, es wolltest oder es dir ausgesucht hast. Natürlich leidest du nicht gern. Du erlaubst bloß dem, was ist, da zu sein. Du verdrängst deinen Schmerz oder deine Wut nicht mehr…

Denn erst dann sind Veränderungen wirklich möglich.

Davor befindest du dich noch im Trotz-Modus. Du verbrauchst noch viel zu viel Kraft dabei, gegen die Realität anzukämpfen, um tatsächlich etwas ändern zu können. Du versuchst noch das Leben und die anderen zu manipulieren, weil du glaubst zu wissen, wie „es“ richtig ist.

Angst vor Menschen überwinden: Post

Tipp: Mache dir folgende Dinge bewusst:

  • Es ist okay Angst vor Menschen zu haben, so geht es vielen!
  • Dass es dir jetzt so geht, heißt nicht, dass es in Zukunft auch so sein wird.
  • Leute werden Respekt vor dir haben, wenn du deine Angst vor Menschen zugeben kannst und authentisch dazu stehst.

#2 Mache dir deine Angstgedanken bewusst

Hättest du keine negativen Gedanken, was dir in sozialen Situationen passieren könnte, dann hättest du keine Angst!

Erst deine Erwartungen an die Situation lösen den Stress und die Panik aus.

Um deine soziale Angst zu überwinden ist es deshalb ein wichtiger Schritt, deine negativen Angstgedanken erst einmal zu identifizieren.

Das ist auch der Inhalt der Therapien, die sich mit sozialen Phobien beschäftigen. Diese konzentrieren sich vor allem darauf, die negativen Angstgedanken bewusst zu machen und durch positive Gedanken zu ersetzen.

Folgende Gedanken können dir vertraut vorkommen, wenn du Angst vor Menschen hast:

  • Ich weiß nichts Interessantes oder Spannendes, das ich sagen könnte.
  • Vielleicht findet sie mich komisch, wenn ich sie einfach so anspreche.
  • Vielleicht hält er mich für bescheuert, wenn ich auf diese Art ein Gespräch anfange.
  • Ich weiß nicht, wie ich mich ins Gespräch integrieren soll.
  • Was, wenn wir nicht mehr weiter wissen und das Gespräch in peinlichem Schweigen endet?
  • Ich will auf keinen Fall aufdringlich sein.
  • Hoffentlich bemerkt sie nicht, dass ich in Wirklichkeit langweilig bin.
  • Was, wenn er mich abblitzen lässt und alle das sehen?

Es gibt unendlich viele Gedanken dieser Art. Das hier sind nur ein paar Beispiele, die typisch sind und häufig vorkommen.

Hinter allen diesen Gedanken steckt die Angst vor Ablehnung. Die Angst, dass andere Menschen dich nicht mögen und schlecht über dich denken.

Tipp: Überlege gründlich, welche negativen Angstgedanken du mit dir herumträgst. Denkst du, dass du langweilig bist? Oder glaubst du, dass andere von dir genervt sind, wenn du sie ansprichst?

Nimm dir jetzt einen Stift und ein Blatt Papier und schreibe die negativen Gedanken auf, die dich hemmen und belasten. Schreibe so viele auf wie möglich, auch wenn es nicht immer leicht ist, diese zu herauszufinden.

Anschließend beobachte dich in den Situationen, in denen du Angst hast und probiere deine Gedanken zu identifizieren. Wenn dir neue Gedanken auffallen, dann füge sie zur Liste hinzu.

Tipp: Nochmal als Hinweis. Es ist wirklich wichtig solche Dinge schriftlich zu machen und nicht nur im Kopf. Dein Gehirn ist viel zu beeinflussbar und mit viel zu vielen anderen Dinge gleichzeitig beschäftigt, um für so etwas geeignet zu sein.

#3 Nimm deine Gedanken nicht ernst

Horrorgedanken: Angst vor Menschen

Deine Angstgedanken zu kennen ist schön und gut.

Aber das alleine bringt dich nicht weiter!

Davon dass du die Gedanken kennst, gehen sie nicht weg. Im Gegenteil: Wenn du jetzt mit aller Macht versuchst, diese Gedanken nicht zu denken, wird es nur noch schlimmer.

Das war zumindest meine Erfahrung, wenn ich versucht habe, mich gegen meine Gedanken zu wehren.

Deswegen probiere das am besten gar nicht erst aus. Du kannst deine Gedanken zwar beeinflussen, aber du kannst sie nicht kontrollieren.

Was ist also die Lösung?

Die Gedanken nicht ernst zu nehmen!

Wir halten unsere Gedanken oft für die Wahrheit und vergessen dabei, dass es nur Annahmen, Überzeugungen und Geschichten aus unserem Kopf sind. Diese müssen keinesfalls der Wahrheit entsprechen.

Eine Vorstellung aus deinem Kopf ist einfach nur erfunden. Sie muss nicht einmal realistisch oder wahrscheinlich sein.

Dein „Kopfkino“ ist nicht das Gleiche wie die Wirklichkeit.

Deswegen rate ich dir: Genau wie du einem Autoverkäufer nicht blind jeden Mist glaubst, solltest du auch deine eigenen Gedanken nicht immer für bare Münze nehmen. Lass sie denken was sie wollen, aber nimm sie nicht ernst.

Wenn du deine Gedanken akzeptierst und nicht mehr bekämpfst und du sie als das ansiehst, was sie wirklich sind, nämlich nur Gedanken und nicht die Wahrheit. Dann werden deine Ängste deutlich weniger Macht über dich haben und früher oder später wirst du es schaffen, ihnen die Stirn zu bieten.

#4 Interessante Gespräche führen

Als ich schüchtern und sozial ängstlich war, hatte ich einen Traum.

Und dabei ging es nicht darum unbekannte Dinge zu tun oder meine Komfort-Zone zu verlassen. Tipps, wie „Überwinde deine Angst vor Ablehnung“ und „Lerne, aktiv auf Leute zuzugehen“ klangen furchterregend und unattraktiv.

Stattdessen habe ich davon geträumt, schlichtweg so interessant, freundlich und cool zu sein, dass ich nie wieder abgelehnt werde. Dann muss ich meine Angst vor Ablehnung schließlich auch nicht überwinden.

Mein Traum war also, meine soziale Angst dadurch zu überwinden, dass ich unfassbar gute soziale Fähigkeiten entwickel.

Und obwohl dieser Traum völlig unrealistisch und naiv ist, steckt auch dort eine wichtige Nachricht drin.

Denn die Angst vor Menschen und die sozialen Fähigkeiten sind tief verstrickt.

Wenn du dich sozial kompetent fühlst und weißt, was du tun sollst, dann hast du automatisch weniger Angst.

Und wenn du selbstbewusst auftreten und spannende Gespräche führen kannst, dann bekommst du automatisch besseres Feedback, wodurch deine Angst vor Gesprächen erneut sinkt.

Deswegen zeige ich dir in diesem Schritt, wie du trotz deiner Angst interessante Gespräche führen kannst.

Der wichtigste Schritt dabei ist es, deinen Fokus zu ändern!

Normalerweise konzentrierst du dich wahrscheinlich auf dich selbst und deine Ängste. Durch deinen Kopf kreisen Gedanken wie: „Oh mein Gott, was kann ich als Nächstes sagen? Hoffentlich ist das in Ordnung und nicht unpassend… Irgendwie stehen meine Beine gerade komisch… Wie kann ich das ändern?“

Dadurch machst du dich verrückt und hilfst niemandem weiter.

Stattdessen verändere deinen Fokus nach außen!

Konzentriere dich auf die Umgebung, die Menschen und vor allem die Gespräche um dich herum.

Das wirst du ein paar mal üben müssen, bis es funktioniert, aber dann wirkt es wie ein Wunder.

Wenn du der Meinung bist, das klingt zu einfach, um wahr zu sein, dann probiere es aus. Du wirst schon sehen.

Tipp: Fokussiere dich nicht darauf, wie es dir geht und was du machen kannst, sondern darauf, was im Außen passiert!

Konzentriere dich in Gesprächen nur auf deinen Gegenüber. Gucke ihn aufmerksam an und beobachte, was er sagt und was er tut.

#5 Kontakte knüpfen lernen

Hi sagen: Angst vor Menschen überwinden

Wenn du eine Person triffst und mit ihr ein Gespräch führst, dann gibt es zwei Möglichkeiten. Entweder ihr habt eine Verbindung und mögt euch oder ihr wollt lieber nichts mehr miteinander zu tun haben.

Welche dieser Möglichkeiten eintrifft, ist abhängig davon, wie ihr euch versteht.

Und darum soll es in diesem Schritt gehen. Wie du sympathisch auftrittst und neue Bekanntschaften machst.

Die folgenden drei Tipps reichen völlig aus, um auf Anhieb sympathisch und offen aufzutreten. Aufmerksames Zuhören halte ich dabei für besonders wichtig.

  1. Blickkontakt und Lächeln
  2. Richtig zuhören
  3. Gemeinsamkeiten finden

1. Blickkontakt und Lächeln

Wer lächelt, wirkt selbstbewusst, sympathisch und fröhlich. Fast alle Menschen reagieren positiv auf ein lächelndes Gesicht.

Der Blickkontakt zeigt, dass du dich sicher fühlst und authentisch bist. Denn Menschen die eine Maske tragen und ihr wahres Ich verstecken, haben häufig Schwierigkeiten damit, anderen in die Augen zu schauen.

Durch den Blickkontakt und ein Lächeln signalisierst du deinem Gegenüber, dass du dich für ihn interessierst und gibst ihm ein gutes Gefühl. Diese Dinge sind vor allem für den Start des Gesprächs wichtig.

2. Richtig zuhören

Ich schreibe in gefühlt jedem zweiten Artikel über das Zuhören.

Das liegt zum einen daran, dass es so wichtig ist und zum anderen daran, dass es so wenig Leute gibt, die gelernt haben aktiv und aufmerksam zuzuhören.

Dabei ist das eine Grundvoraussetzung für ein offenes, ehrliches Gespräch.

Wenn du richtig zuhören kannst, werden die Leute dir schnell vertrauen und es lieben, sich mit dir zu unterhalten.

Das Wichtigste dabei ist die Aktivität. Sich beim Zuhören passiv zu verhalten ist falsch. Merk dir das am besten für immer.

Die Aktivität beim Zuhören ist die Grundlage, um das Anliegen deines Gegenübers richtig zu verstehen und eine Vertrauensebene aufzubauen.

Hier eine kleine 3-Schritt Anleitung für aktives Zuhören:

1. Schau die andere Person an und hör gespannt zu:
Respektiere alle Aussagen und Meinungen, ohne direkt darüber zu urteilen.
Und keine Angst: Eine Meinung zu respektieren bedeutet nicht, dass du die Meinung auch selbst annehmen musst. Du kannst und solltest deine eigene Meinung haben und vertreten. Aber sei dabei nicht unfair und egoistisch, sondern gehe auf die Punkte deines Gegenübers respektvoll ein.

2. Signalisiere, während du zuhörst, aktiv Interesse und Verständnis:
Anstatt abzuschweifen und aus dem Fenster zu gucken, solltest du deinem Gegenüber aktiv dein Interesse zeigen. Dafür kannst du folgende Signale nutzen:

  • Nicken
  • Bestätigungslaute (z.B. „ah“, „mhm“, „ach so“, „oh“)
  • Augenkontakt
  • Dich dem anderen zuwenden
  • Eine aktive Mimik

3. Stelle Rückfragen, wenn Dinge interessant oder unklar sind:
Indem du nachfragst, zeigst du erneut, dass du dem Gegenüber Beachtung schenkst und dich für seine Aussagen interessierst. Folgende Fragen sind sehr üblich:

  • Verständnisfragen („War das der gleiche wie am Anfang?“)
  • Interessensfragen („Oh cool, hat es sich gelohnt?“)
  • Weiterführende Fragen („Und dann?“)

Aktives Zuhören hilft dir, mit anderen Menschen eine Verbindung aufzubauen und Missverständnisse zu vermeiden. Probiere es einfach selber aus! Menschen lieben es, wenn man ihnen aufrichtiges Interesse entgegenbringt.

3. Gemeinsamkeiten finden

Beim sogenannten Small-Talk geht es in der Regel um nichts anderes, als Gemeinsamkeiten zu finden. Ihr redet nur so lange über das Wetter, euren Alltag oder das letzte Wochenende, bis ihr ein Thema findet, das euch beide interessiert. Dann habt ihr die Möglichkeit ein Gespräch zu führen, dass euch beide interessiert und Spaß macht.

Manche Leute sind von Natur gut darin Gemeinsamkeiten zu finden. Innerhalb von Minuten bauen sie eine Verbindung zu anderen Menschen auf und haben Spaß miteinander.

Andere tun sich sehr schwer damit. Auch wenn viele Gemeinsamkeiten da sind, konzentrieren sie sich stattdessen auf die Unterschiede und schaffen es nicht, eine Verbindung zu anderen Menschen aufzubauen.

Hier ein Beispiel, wie man es richtig macht:

Sagen wir, du hast jemanden im Park getroffen und unterhältst dich mit dieser Person seit ein paar Minuten.

Auf die Frage nach ihren Hobbys sagt die Person: „Ich mag Tennis.“ Und auf die Frage wieso, sagt sie „Ich spiele es schon mein ganzes Leben. Ich liebe einfach das Gefühl, wenn ich ein großes Match gewinne, auf das ich lange hingearbeitet habe.“

Jetzt kommt der entscheidende Punkt. Auch wenn du noch nie in deinem Leben Tennis gespielt hast, lassen sich hier viele Gemeinsamkeiten finden…

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Du kannst zum Beispiel sagen: „Ich verstehe genau, was du meinst. Ich bin super ehrgeizig und hasse es zu verlieren.“ Darauf wird dein Gegenüber höchstwahrscheinlich sehr positiv und verständnisvoll reagieren, denn schon habt ihr eine Gemeinsamkeit.

Allerdings solltest du immer darauf achten, dass du nur Dinge sagst, die du auch wirklich so meinst. Etwas vorzuspielen lohnt sich nie! Und außerdem seit ihr beide Menschen, da werdet ihr doch sicherlich ein paar Gemeinsamkeiten finden.

Sollte sich doch einmal nach einer Weile herausstellen, dass ihr kaum Gemeinsamkeiten habt und euch nicht so gut versteht, dann ist das kein Problem.

Du hast das Gespräch trotzdem genutzt, um deine Ängste zu überwinden und deine sozialen Skills zu trainieren. Allein das ist schon ein Erfolg!

#6 Lerne auf andere Menschen zuzugehen

Dieser Schritt ist leicht durchzuführen…

Aber kostet am meisten Überwindung.

Lass mich von Anfang an eines klarstellen: Wer kommunikativ ist und auf andere Menschen zugeht, wird Ablehnungen hinnehmen müssen. Das ist nicht zu vermeiden und wird auch dir passieren.

Allerdings wirst du eine überraschende Erfahrung machen, wenn du zurückgewiesen wirst. Nämlich, dass überhaupt nichts passiert!

Die Reaktionen der Umwelt werden deutlich harmloser sein, als du erwartest und deine Angst wird dir im Nachhinein völlig unbegründet vorkommen.

Nur indem du dich der Angst stellst und auf andere zugehst, auch wenn Panik in dir aufsteigt, kannst du deine Angst vor Menschen loswerden.

Dann wirst du lernen mit Ablehnungen umzugehen, es wird dir möglich sein auf andere Menschen zuzugehen und kannst dir das soziale Leben schaffen, das du haben möchtest!

Tipp: Lies dir Schritt #8 noch in Ruhe durch, damit du deine Angst auf andere Menschen zuzugehen entspannt und im richtigen Tempo abbauen kannst.

#7 Lockere und starke Körpersprache antrainieren

Du möchtest einen lockeren und sympathischen Eindruck erwecken?

Dann ist eine gute Körpersprache ein Muss für dich.

Deine Haltung, Gestik und Mimik verraten schon in den ersten Sekunden eines Aufeinandertreffens unfassbar viel über dich.

Ist deine Mimik versteinert und deine Haltung krumm und abweisend? Dann werden sich nicht viele zu dir hingezogen fühlen.

Aber genauso funktioniert es andersherum. Wenn deine Mimik lebhaft und deine Haltung locker und offen ist, dann wirkst du schon alleine dadurch kontaktfreudig.

Tipp: Alles was du brauchst, um eine lockere und starke Körpersprache zu entwickeln, findest du in meinem Artikel über selbstbewusstes Auftreten. Dort erkläre ich ausführlich, anhand von praktischen Tipps und Übungen, wie du das in kurzer Zeit umsetzt.

#8 In kleinen Schritten die Ängste besiegen

Angst vor Menschen in kleinen Schritten überwinden

Hast du schon einmal etwas von der Salami-Taktik gehört?

Diese bezeichnet die Vorgehensweise, eine Aufgabe in kleinen Schritten zu erledigen.

Das Ziel davon ist es, einer großen Aufgabe ihren Schrecken zu nehmen, indem man sie in kleine Aufgaben unterteilt und diese „Scheibe für Scheibe“ abarbeitet.

„Kleine Schritte führen zum Ziel – wenn Du sie täglich und stetig gehst.“

Auf diese Weise meisterst du zuerst kleine Aufgaben, wodurch du dir Erfolgserlebnisse verschaffst. Dadurch wiederum steigt deine Motivation und du fühlst dich bereit für größere Aufgaben.

So wirst du dich immer weiter entwickeln und irgendwann zwangsläufig auch dein großes Ziel erreichen!

Tipp: Eine präzise Anleitung, wie du deine soziale Angst in kleinen Schritten loswirst, findest du in meinem Artikel Schüchternheit überwinden. Scrolle dort nach unten bis zu den Übungen 9-13.

Angst vor Menschen überwinden: Fazit

Die Angst vor Menschen hat mich lange belastet.

Und auch heute bin ich noch davon betroffen. Immer wieder spüre ich Hemmungen, wenn ich auf andere Menschen zugehen will.

Aber ich habe gelernt, damit umzugehen und dennoch zu tun, was ich wirklich will.

Und wenn ich es tue, fühle ich mich frei und lebendig. Sogar wenn ich zurückgewiesen werde. Denn ich bin unfassbar stolz, schon allein darauf, dass ich es getan habe.

„Das Leben beginnt dort, wo die Furcht endet.“

– Osho

Ich hoffe, dass ich dir mit diesem Artikel weitergeholfen habe und du jetzt motiviert bist, aktiv zu werden.

Setze die Schritte in die Tat um und fordere dich jeden Tag ein bisschen mehr heraus. Nutze die Salami-Taktik. Dann wirst du deine Ziele garantiert erreichen.

Viel Erfolg dabei!

Dein Gustav.

Schau dir auch meine anderen Artikel an:

Präsentation Tipps -> Durchsetzungsvermögen verbessern
Präsentation Tipps -> Redeangst überwinden
By |2018-10-28T17:33:08+00:00Oktober 13th, 2018|Allgemein|1 Comment